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Die beste Wahl Kurzkommentar zum Wochenabschnitt Parashat Nitzavim, Deuteronomium 29:9 – 30:19

 Eine der wichtigsten Neuerungen des Reformjudentums war es, die Tora-Lesung für den Morgengottesdienst von Jom Kippur zu ändern, wenn wahrscheinlich mehr Menschen die Toralesung hören als irgend sonst.

Die traditionelle Lesung ist Levitikus, Kapitel 16, über den Sündenbock. In dem Abschnitt überträgt der Priester symbolisch die Sünde des Volkes auf den Kopf eines unschuldigen Ziegenbocks, der sie von den Menschen wegträgt in die Wildnis.

Den Abschnitt, den unsere frühen Reformer stattdessen auswählten, ist eine brillante Wahl: Deuteronomium 29 und 30. Hier wird die Verantwortung für Wiedergutmachung und Besserung direkt auf unsere eigenen Schultern gelegt. Wir können unsere Übertretungen nicht auf einen Sündenbock übertragen.

 Die Rabbiner kämpften lange mit den Ideen des freien Willens und dass Gott alles weiß bevor es geschieht.

Der große Weise des Mittelalters Rambam (Moses Maimonides 1135-1204) hat ausführlich über diese Frage geschrieben (Hilkhot Teshuvah, Kapitel IV). Ich versuche seine Sicht so kurz wie möglich zusammen zu fassen:

Jeder hat den freien Willen gut oder schlecht zu sein. Aber wer kann immer tun, was er oder sie tun möchte? Könnten wir überhaupt etwas tun, wenn Gott es uns nicht erlauben würde?

So wie Gott will, dass Feuer und Luft aufsteigen und sich Wasser und Erde abwärts bewegen, so wünscht Gott, dass Menschen einen freien Willen haben. Deshalb musst du wissen, dass deine Handlungen in deiner eigenen Macht liegen und du dafür Rechenschaft ablegen musst.

Für den Fall, dass das verwirren sollte, schließt Rambam mit den Worten:

Wisse, dass der menschliche Geist das wahre Wesen des Schöpfers nicht verstehen noch offen legen kann.

 Am Ende kann der Rambam nur das rätselhafte Talmudisch Wort ausführen: ”Alles ist vorhergesehen, aber der freie Wille ist gegeben.” (Pirke Avot 3:19)

Aus meiner Sicht fasst dieses Wort zusammen, warum der Abschnitt aus Deuteronomium (gipfelnd in 30:19) die perfekte Lesung ist für Jom Kippur: “Siehe, ich habe dir heute vorgelegt Leben und Tod, den Segen und den Fluch. Deshalb wähle das Leben und deine Nachkommen werden leben.”

Translation: with thanks to Pastor Ursula Sieg

Unsere Wahl ist entscheidend und der Versöhnungstag ermahnt uns, sie in der Weise sorgfältig zubedenken, wie von ihr unser Leben abhängt.

Translation: with thanks to Pastor Ursula Sieg

2 thoughts on “Die beste Wahl Kurzkommentar zum Wochenabschnitt Parashat Nitzavim, Deuteronomium 29:9 – 30:19

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