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Wir müssen mehr zuhören! Kurzkommentar zum Wochenabschnitt Mattot (Numeri 30,2 – 32,42)

Der griechische Philosoph Epitctet (55 – 135 d.Z.) lehrte: Wir haben zwei Ohren und einen Mund, damit wir doppelt sie viel zuhören wie wir reden.

 Moses hätte diesen Rat befolgen sollen:

Als die Stämme Ruben und Gad fragten, ob sie auf der Ostseite des Jordan siedeln dürften, weil das fruchtbare Grasland für das Vieh sehr nützlich wäre, geriet Mose in Rage, unterbrach sie und sagte: “Wie könnt ihr eure Landsleute in den Krieg ziehen lassen und ihr haltet euch in sicherer Entfernung aus dem Kampf heraus?”

Erst nach langem Geschimpfe hörte er sie sagen. “Wir wollen als Stoßtrupp an der Spitze des Heeres gehen. Erst wenn das Land besetzt ist und Frieden hat, wollen wir zurückkehren in unser Gebiet auf dieser Seite.” Als das Missverständnis aufgeklärt war, stimmten Mose und Gott dem Wunsch der Stämme zu. (Numeri 32, 2-10

Unsere Weisen lehrten, dass die Verbannung aus Jerusalem und die Zerstörung des Tempels (70 d.Z.) nicht durch die Römer herbeigeführt worden war, sondern durch “grundlosen Hass” zwischen Juden.

Mehr zuhören und weniger reden hätte die jüdische Gesellschaft zu römischen Zeiten vielleicht bewahrt. Mehr zuhören könnte heute die israelische Gesellschaft bewahren, wenn die Frage brennt: Wer ist ein Jude?

Ultra-orthodoxe Autoritäten erklären regelmäßig, dass nicht-orthodoxe Juden nicht wirklich Juden seien. Aber nicht-orthodoxe Juden stellen die große Mehrheit der Juden Nord Amerikas. Ohne nicht-orthodoxe Unterstützung würde Israel nicht überleben.

Orthodoxe und nicht-orthodoxe Juden können durch konstruktive Gespräche viel gewinnen und viel verlieren, wenn sie sie vermeiden.

Hoffentlich werden wir lernen, einander zuzuhören, voneinander zu lernen, unsere Unterschiede als Juden zu akzeptieren und sie beiseite zu legen, wenn es darum geht für ein bessere Welt für alle Kinder Gottes zu arbeiten.

Translation: with thanks to Pastor Ursula Sieg

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